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Laguiole Taschenmesser

Laguiole Taschenmesser

Die historischen Laguiole Taschenmesser
Die Bezeichnung oder der Name „Laguiole Messer“ ist leider weder eine Marke noch steht sie unter rechtlichem Schutz. Sie steht lediglich für eine bestimmte Art von Tachenmessern.
Das „echte“ Laguiole Taschenmesser, das ein Kenner beim Gebrauch des Wortes meint, wird nach altem Brauch und überlieferten Vorgaben hergestellt, hat eine jahrhundertelange Tradition und steht für Geschichte, Handwerkskunst, besondere Wertigkeit und Liebe zum Detail.
Heute gibt es eine ganze Reihe traditioneller Hersteller, v.a. aus Frankreich. Daneben gibt es jedoch auch unzählige minderwertige „Imitate„-Hersteller auf dem Markt. Unter Kennern sind die traditionellen Messer anerkannt — nur diese sind mit „echten Laguiole Messern“ gemeint. Die billigen Imitate aus allerwelt sind in Qualität, Material und Detailausführung nicht mit den hochwertigen Herstellern der französischen Traditions-Schmieden zu vergleichen – lediglich auf den ersten Blick zu verwechseln.

Die Entstehungsgeschichte des Laguiole Tachenmessers
Das Laguiole Tachenmesser ist ein traditionelles französisches Klappmesser. Dieses besondere Messerdesign wurde 1829 im Südwesten Frankreichs in Laguiole, einer Kommune des Départements Aveyron, vom Schmied Pierre-Jean Calmels erfunden. Die Neuheit bestand darin, dass die Klinge durch ein Ressort, eine Feder, fixiert wurde. Bis dahin hatte es keine Klappmesser gegeben.
Die bislang gängigen Messer mussten mit einem Dorn oder einer Schablone fixiert werden. Da sich Calmels‘ Messer als sehr praktisch erwies, fertigten bald viele Schmiede Laguiole Messer. Dieses Taschenmesser verbreitete sich in kürzester Zeit über ganz Frankreich.
Im Ausland diente es unter den Emigranten als Erkennungszeichen und auch in wohlhabenderen Kreisen fand es Anklang. Hier wurden allerdings besonders edle Materialien verwendet.

Die Verwendung eines Laguiole Taschenmessers
Traditionell werden die meisterhaft geschmiedeten Laguiole Taschenmesser für alle erdenklicken Verwendungszwecke eingesetzt. Als Taschenmesser für Landwirte, das jederzeit griffbereit ist, wenn gerade eine Klinge helfen kann – und sei es nur zur Beseitigung von Schmutz, aber auch zum Schlachten von Federvieh, als Brotzeitmesser für unterwegs und vieles mehr. Der Ursprung der Messer liegt schließlich bei den einfachen Bauern und Hirten, die so ein Messer zunächst bestens als kleines Taschenwerkzeug gebrauchen konnten. Aber man verwendet edle Laguiole Messer auch gern zu Tisch, zum Schneiden von Fleisch oder Käse bei einem feinen Glas Rotwein. Viele Messerliebhaber sammeln auch einfach ausgewählte Stücke und nennen sie gern ihr Eigen. Genauso werden die Laguiole Messer gern als besonderes Geschenk eingesetzt.
In guten französischen Restaurants kommt es nicht selten vor, dass der Kellner eine schöne Flasche Wein mit einem Original Laguiole Sommeliermesser öffnet – ein subtiles Zeichen von Stil, Geschmack und Wertigkeit.
Materialien und Aussehen
Um ein hochwertiges Laguiole taschenmesser zu fertigen, bedarf es bis zu einhundert Arbeitsschritte. Die Griffschalen können aus unterschiedlichsten Materialien gefertigt werden. So wird beispielsweise Olivenholz, Buchsbaum, aber auch Horn, Knochen oder Elfenbein verwendet. Zunächst wurden die Messer aus Horn gefasst und besonders wichtig waren neben Verzierungen am Federrücken auch im Heft eingeschlagene Nägel in Form eines Kreuzes. Berichten zufolge steckten Bauern ihre Messer häufig mit der Spitze in die Erde oder in einen Baumstamm und stellten sie in Form eines Kreuzes auf, um so vor dem Kreuz zu beten. Für die Klinge wird hauptsächlich Stahl aus dem schwedischen Sandvik (12C27 ist die genaue Bezeichnung) verwendet. Allerdings finden sich auch Klingen aus Damaststahl und Kohlenstoffstahl (Brut de Forge). Es werden polierte oder satinierte Klingen angeboten.
Der Messerrücken, auch Ressort genannt, wird mit einer Biene/Fliege verziert. Entgegen häufiger Vermutungen dient das nur der Verzierung und nicht etwa der Verriegelung der Klinge. Das Tierzeichen gilt als ein Markenzeichen des Laguiole Messers. Neben dem Motiv der Biene/Fliege gibt es traditionell aber auch Messer mit Stierköpfen oder Jakobsmuscheln. Zu den typischen Kennzeichen des Messers gehört ebenso die individuelle Verzierung des Federrückens und der Klingen. Für manche edlen Modelle werden Ressort und Biene/Fliege aus einem Stück in feinster Handarbeit geschmiedet und guillochiert. Je nach Schmiede werden Klinge, Heft, Messerrücken und Biene/Fliege oder Symbol unterschiedlich verarbeitet, sodass sie sich etwas in Form und Haptik unterscheiden können. Seit Ende des 16. Jahrhunderts musste jede Schmiede ihre Messer mit einem individuellen Logo kennzeichnen.

Imitate erkennen
Man sollte von einem Kauf absehen, wenn das Messer lediglich die Aufschrift „Laguiole“ trägt oder überhaupt keine Aufschrift zu finden ist. Dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit „kein echtes“. Die guten Marken, überwiegend aus Frankreich, haben ihre Messer deutlich und unverwechselbar mit ihrem Namen, Ihrem individuellen Zeichen und dem Wort Laguiole gekennzeichnet.

Wichtiger Tipp
Ein Laguiole Taschenmesser soll man nicht zuschnappen lassen, da die Klinge dann auf der Innenseite der Feder aufschlagen kann, sondern man schließt es langsam (frz.: Ressort silencieux vivra vieux, d. h., Leise geschlossen lebt es länger).
Bitte pflegen sie Ihr Laguiole Taschenmesser (oder Sommelier, Steakmesser, etc.): Mechanik regelmäßig reinigen und ölen, schärfen mit einem geeigneten Schleifstein, Horn oder Holz nicht nass werden lassen und NIEMALS in eine Spülmaschine geben. Und bitte niemals abwaschen, sondern das Laguiole Taschenmesser nur abwischen.


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